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 Straßenschild mit "Agnes Miegel"?
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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 13:40    Straßenschild mit "Agnes Miegel"? Antworten mit ZitatNach oben

Ein Straßenschild mit der Balladendichterin ("Die Frauen von Nidden") und Schiftstellerin Agnes Miegel als Namensgeberin ist in die Kritik geraten. Unzweifelhaft war die begabte Dichterin eine Verehrerin Adolf Hitlers, womit wir zum eigentlichen Problem kommen, das immer wieder auch in anderen Zusammenhängen auftaucht: Muss man das geistige Werk eines Menschen von seiner persönlichen Biografie und seinen persönlichen oder moralischen Ansichten trennen? Oder sollte man das nicht tun?

Hier ein Beispiel: Richard Wagner war einer der schlimmsten Antisemiten - doch seine Opern hat niemand von der Bühne verbannt (außer in Israel). Und wenn der Erfinder des Penicillin ein Faschist gewesen wäre, dürfte man dann Penicillin nicht anwenden?

Diese Beispiele zeigen bereits die Krux, ob man die Miegel mit einem Straßenschild würdigen kann oder darf - oder eben nicht! Was meint ihr dazu?


http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/13037466

http://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Miegel

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tripledot

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BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 14:29    Re: Straßenschild mit "Agnes Miegel"? Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:
die begabte Dichterin


War sie das wirklich? Sind ihre Werke wirklich so kulturell wertvoll? Oder ist das alles rechtskonservativer Ostpreussenkitsch?
Und wird sie nur als begabt bezeichnet, weil sie auf Hitlers Gottbegnadetenliste gelandet ist? (Ina Seidel ist da übrigens auch drauf.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gottbegnadetenliste

...

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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 14:52    Re: Straßenschild mit "Agnes Miegel"? Antworten mit ZitatNach oben

« tripledot » hat folgendes geschrieben:

War sie das wirklich? Sind ihre Werke wirklich so kulturell wertvoll?..


Sie hat immerhin nach der alten Tante Wiki u.a. diese Auszeichnungen erhalten:

# 1916 Kleist-Preis
# 1924 Ehrendoktorwürde der Albertus Universität Königsberg am 200. Geburtstag von Immanuel Kant
# 1935 Ehrenring des Allgemeinen deutschen Sprachvereins
# 1936 Johann-Gottfried-von-Herder-Preis der Stiftung F.V.S. (seit 1994 Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.)
# 1939 Ehrenbürgerin der Stadt Königsberg
# 1939 Ehrenzeichen der Hitlerjugend
# 1940 Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main
# 1952 Westfälischer Kulturpreis
# 1954 Ehrenbürgerin der Gemeinde Bad Nenndorf
# 1957 Ehrenplakette des Ostdeutschen Kulturrates
# 1959 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
# 1962 Kulturpreis der Landsmannschaft Westpreuß

Auch wenn man Ehrungen aus der Hitler-Ära außer acht lässt, bleiben immer noch sehr viele seriöse und qualitativ wertvolle Auszeichnungen übrig.

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Andi

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BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 15:44    Re: Straßenschild mit "Agnes Miegel"? Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:


Sie hat immerhin nach der alten Tante Wiki u.a. diese Auszeichnungen erhalten:

# 1916 Kleist-Preis
# 1924 Ehrendoktorwürde der Albertus Universität Königsberg am 200. Geburtstag von Immanuel Kant
# 1935 Ehrenring des Allgemeinen deutschen Sprachvereins
# 1936 Johann-Gottfried-von-Herder-Preis der Stiftung F.V.S. (seit 1994 Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.)
# 1939 Ehrenbürgerin der Stadt Königsberg
# 1939 Ehrenzeichen der Hitlerjugend
# 1940 Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main
# 1952 Westfälischer Kulturpreis
# 1954 Ehrenbürgerin der Gemeinde Bad Nenndorf
# 1957 Ehrenplakette des Ostdeutschen Kulturrates
# 1959 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
# 1962 Kulturpreis der Landsmannschaft Westpreuß

Auch wenn man Ehrungen aus der Hitler-Ära außer acht lässt, bleiben immer noch sehr viele seriöse und qualitativ wertvolle Auszeichnungen übrig.


ick glaube das die Leute die Frau nich kennen tun.
neulich war ick inne porschestrasse. Das Schild muss dann aber auch ab. Der war ja auch nich ohne. Die Autos sind aber voll cool

andi
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Penny

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BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 15:59    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Um ihre Seriösität und kulturhistorische Relevanz bewerten zu können, müßte man sich erstmal genauer mit ihren Werken auseinandersetzen. Mir ist sie bisher völlig unbekannt.

Es gab damals viele Künstler, die sich in Erwartung des Ruhmes dem NS-System verschieben hatten. Daher müßte geprüft werden, wie aktiv sie am Nationalsozialismus beteiligt war.

Man würde in BS sicher noch mehr solche "zweifelhaften" Straßenschilder finden, wenn es nur um die NS-Vergangenheit der betreffenden Person ginge.

Es ist in letzter Zeit ohnehin wieder eine recht bedenkliche Tendenz zu beobachten, wenn es um die NS-Zeit geht. Diese Tendenz geht leider immer noch nicht in Richtung Aufarbeitung, sondern es wird weiter Verdammt.
Ich könnte mir vorstellen, das diese bundesweite Protestwelle von einer jüdischen Vereinigung losgetreten wurde. Wäre ja nicht das erste Mal.

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Bartimäus

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BeitragVerfasst am: 06.10.2010, 18:07    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Mhh, woher kommt eigentlich der Name "Adolfstraße"?

Durch Verbot eines Straßennamens wird die Geschichte auch nicht geändert. Durch einen Straßennamen wird sie möglicherweise zu viel verehrt, dennoch kann es auch zum kritischen Nachdenken anregen, was ebenso nicht aus unserem Leben getilgt werden sollte. Warum hatte man eigentlich beim Aufstellen des Straßenschildes keine Bedenken, nun aber schon???

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BSler01

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BeitragVerfasst am: 07.10.2010, 10:09    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

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Gero

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BeitragVerfasst am: 08.10.2010, 12:16    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« BSler01 » hat folgendes geschrieben:

und nun der andere Adolf:
# Bruchtorwall → Adolf-Hitler-Wall (nach Adolf Hitler, rückbenannt)
# Friedrich-Wilhelm-Platz → Adolf-Hitler-Platz (nach Adolf Hitler, rückbenannt)
# Kalenwall → Adolf-Hitler-Wall (nach Adolf Hitler, rückbenannt)
# Adolf-Hitler-Straße → Hermann-Göring-Allee (umbenannt in Ebertallee, nach Friedrich Ebert)
# Grüner Jäger → Hermann-Göring-Allee (umbenannt in Ebertallee, nach Friedrich Ebert)
# Am Haselteiche → Adolf-Hitler-Ring (nach Adolf Hitler, rückbenannt)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Braunschweig/Stra%C3%9Fen_in_Braunschweig/Liste_ehemaliger_und_umbenannter_Stra%C3%9Fen_und_Pl%C3%A4tze_in_Braunschweig

MfG


Interessante Sachen, die du da ausgegraben hast. Davon hatte ich keine Ahnung, obwohl ich mich in unserer Stadtgeschichte im allgemeinen recht ordentlich auskenne!

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BSler01

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BeitragVerfasst am: 08.10.2010, 13:43    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

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LordSchadt

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BeitragVerfasst am: 09.10.2010, 09:27    Re: Straßenschild mit "Agnes Miegel"? Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:

Diese Beispiele zeigen bereits die Krux, ob man die Miegel mit einem Straßenschild würdigen kann oder darf - oder eben nicht! Was meint ihr dazu?


Diese Krux sehe ich auch.

Was Agnes Miegels Verehrung Adolf Hitlers betrifft, so kann man diese nur höchst peinlich bezeichnen. Ein kurzes Beispiel aus dem Gedicht "Dem Führer" reicht vollkommen aus, um das zu belegen:

Und er lehrte dich, o Volk, erkennen:
Du bist aller Zukunft Herz und Pfand!
Wenn aus deinem First die Flammen steigen,
wird des weißen Mannes Welt entbrennen,
wenn sich deine Sonnenfahnen neigen,
sinkt die Nacht über das Abendland!

Laß in deine Hand,
Führer, uns vor aller Welt bekennen:
Du und wir,
nie mehr zu trennen,
stehen ein für unser deutsches Land!


Ich kann daher jeden verstehen, der nicht in einer "Agnes-Miegel-Straße" wohnen möchte. Hinzu kommt, dass auch am Rest des literarischen Werkes von Miegel die Zeit vorbei gegangen ist. Ihre Bücher werden kaum noch gelesen und sind meines Erachtens genauso lesenswert, wie der deutsche Heimatfilm der 50er Jahre noch sehenswert ist.

Die Zeit des dritten Reiches war aus Sicht der Literatur sehr produktiv. Wenn man Straßen nach guten Schriftstellern aus dieser Zeit bennen möchte, dann man muss man sich nur anschauen, welche Bücher bei den Bücherverbrennungen verbrannt worden sind. Fast ausschließlich gute, auch heute noch lesenswerte Literatur.

Hier nur ein paar Namen aus der Liste:
- Kurt Tucholsky
- Arthur Schnitzler
- Erich Kästner
- Max Brod
- John Dos Passos
- Alfred Döblin
- Oskar Maria Graf
- Jaroslav Hašek
- Irmgard Keun
- Bertold Brecht
- Egon Erwin Kisch
- Klaus Mann
- Heinrich Mann
- Arnold Zweig
- Stefan Zweig
- Anna Seghers
- Ringelnatz
- Erich Maria Remarque
- B. Traven

Es mangelt also definitiv nicht an besseren Alternativen für Straßennamen. Ich gehe stark davon aus, dass die meisten Bewohner der "Agnes-Miegel-Straße" keinen Kontakt zum Werk von Agnes Miegel haben und über eine Änderung des Straßennamens froh wären. Wer wohnt schon gerne in der Straße einer Hitlerverehrerin. Insofern ist es Umbenennung sicherlich sinnvoll. Und wer weiterhin die Bücher von Agnes Miegel lesen möchte, kann dies auch gerne tun.

Würden man im Übrigen alle Künstler, die sich nicht politisch korrekt oder sozial erwünscht verhalten haben, aus den Büchereien und Konzertsälen verdrängen, dann blieben vermutlich nicht mehr viele übrig. Daher gönne ich Gero die Freude am antisemitischen Wagner und höre mir jetzt Musik vom pädophilen Tschaikowski an, der heutzutage zu Recht im Gefängnis gelandet wäre ...

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BSler01

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BeitragVerfasst am: 09.10.2010, 11:49    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

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LordSchadt

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BeitragVerfasst am: 09.10.2010, 12:24    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« BSler01 » hat folgendes geschrieben:
Vielleicht sollte man die Agnes-Miegel Straße in Windmühlenweg umbenennen, oder in Don-Quijote-Allee.


Die Idee gefällt mir. Ich denke eh, dass man Straßennamen viel besser fürs Stadtmarketing nutzen kann. Bisher gibt es zum Beispiel auch noch keine Straßennamen mit den Braunschweiger Originalen, eine Tee-Onkel-Straße oder Harfen-Agnes-Straße würde gut ins Stadtbild passen.

Der "Platz der Deutschen Einheit" ist die einzige schöne Umbenennung, die mir aus den letzten Jahren einfällt. Auch wenn an diesem Platz eher gestritten wird, als Einheit demonstriert Wink

Die Einwohner der Kuhstraße im Magniviertel wollten ihre Straße früher übrigens auch umbenennen lassen in "Kaiserstraße". Der damalige Kaiser meinte allerdings, dass man aus einer Kuh keinen Kaiser machen kann, und daher heißt sie heute noch immer Kuhstraße.

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Gero

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BeitragVerfasst am: 09.10.2010, 15:14    Re: Straßenschild mit "Agnes Miegel"? Antworten mit ZitatNach oben

« LordSchadt » hat folgendes geschrieben:
Daher gönne ich Gero die Freude am antisemitischen Wagner und höre mir jetzt Musik vom pädophilen Tschaikowski an, der heutzutage zu Recht im Gefängnis gelandet wäre ...


Dafür danke ich dir von ganzem Herzen, denn ein Verzicht auf die Opern des Großen Meisters Richard Wagner würde mich sehr betrüben.

Interessanterweise weicht gegenwärtig das seit der Gründung Israels bestehende Wagner-Verdikt auf, da die junge Generation in Israel das nicht mehr so eng sieht. Der bekannte Dirigent und Intendant der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, hat das Wagner-Verbot in Israel schon früher durchbrochen, was ihm allerdings jedesmal erbitterte Proteste der Generation eintrug, die noch unter Hitler gelitten hat. - was ich gut verstehen kann. Aber wie man sieht, geht die Zeit allmählich darüber hinweg.

Ob allerdings Agnes Miegel jemals wieder hoffähig wird, wage ich zu bezweifeln. Allerdings - großen Schaden hat die Frau mit ihren Hitler-Hymnen nicht angerichtet - sie sind heute höchstens peinlich bis lächerlich.

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Reiner_Mist

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BeitragVerfasst am: 09.10.2010, 22:56    Die Hintermänner sind schlimmer Antworten mit ZitatNach oben

« BSler01 » hat folgendes geschrieben:

Wir streiten uns über tote Künstler, die sich für Ihr Verhalten im 3. Reich nicht rechtfertigen können und vielleicht in Wirklichkeit nur zum Selbstschutz mitliefen.

Nee, nee - geht doch eigentlich mehr darum, daß immer noch einige Hintergrundkasper meinen, dieses Zeugs mit Namens- und anderen Denkmälern irgendwie unerkannt aufRECHT erhalten zu wollen, dat is das Perverse!

Die Miegel is da relativ egal, sie symbolisiert nur diese Denke, diese Denk-Maler und -bauer aber sind da fragwürdiger, weil immer noch fleißig aktiv.
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Gero

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BeitragVerfasst am: 11.10.2010, 15:39    Re: Die Hintermänner sind schlimmer Antworten mit ZitatNach oben

« Reiner_Mist » hat folgendes geschrieben:

Die Miegel is da relativ egal, sie symbolisiert nur diese Denke, diese Denk-Maler und -bauer aber sind da fragwürdiger, weil immer noch fleißig aktiv.


Dahinter ein "System" zu vermuten ist absurd, denn die Wahrheit ist ganz einfach: Es gibt markante Persönlichkeiten, die mit dem Nationalsozialismus sympathisierten, deren geistiges Schaffen aber dieses Manko in den ersten Nachkriegsjahrzehnten überstrahlte. Inzwischen sind wir alle in dieser Hinsicht sensibler geworden, sodass solchen Persönlichkeiten - Dichter, Schriftsteller, Politiker, Musiker, Naturwissenschaftler u.a. - der moralische Wert abgesprochen wird, namengebend für eine Straße, Schule oder sonstige Einrichtung zu sein.

Man sollte sich über diesen Wandel freuen und nicht daran herumnörgeln..

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Reiner_Mist

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BeitragVerfasst am: 11.10.2010, 16:21    Ewig gestrige Systematik Antworten mit ZitatNach oben

Ich widerspreche, das Ganze hat System. In der großen Möglichkeit Straßennamen zu wählen und zu vergeben, fällt doch ziemlich merkwürdig auf, daß es ausgerechnet in vielen deutschen Städten Schulen, Plätze, Denkmale und Straßen mit immer den gleichen Problemen wegen immer der gleichen Namen gibt.

Ich grins mir eins - du als Historiker müsstest dies doch gerade ganz genau wissen, warum wir heute in vielen Städten immer wieder diese merkwürdigen Namensvorschläge wie Ina Seidel und Miegel, die ewige Gegenwehr und die stets die gleichen Diskussionen und auch damit die Proteste dagegen haben. Bist Du etwa Biegel? Oder warum verteidigst du sonst so diese fragwürdigen Vorschläge? Was brächte dir eigentlich eine Miegelstraße?
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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 11.10.2010, 17:01    Re: Ewig gestrige Systematik Antworten mit ZitatNach oben

« Reiner_Mist » hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche, das Ganze hat System.


... und du leidest an Verfolgungswahn!

« Reiner_Mist » hat folgendes geschrieben:
IIn der großen Möglichkeit Straßennamen zu wählen und zu vergeben, fällt doch ziemlich merkwürdig auf, daß es ausgerechnet in vielen deutschen Städten Schulen, Plätze, Denkmale und Straßen mit immer den gleichen Problemen wegen immer der gleichen Namen gibt.


Sympathisanten des Nazi-Regimes als Namensgeber sind nahezu ausgemerzt - abgesehen von geringfügigen Ausnahmen in Hintertupfingen. Aber auch da wachsen neue Generationen heran.

« Reiner_Mist » hat folgendes geschrieben:
wieder diese merkwürdigen Namensvorschläge wie Ina Seidel


Wirf nicht Äpfel und Birnen durcheinander, nur weil du dich nicht auskennst.Über Ina Seidel kann man geteilter Meinung sein und nicht jeder zur Nazi-Zeit publizierende Lyriker, Schriftsteller oder Journalist war deswegen schon Faschist. Das ist eindimensional gedacht und zeugt von völliger Unkenntnis der Verhältnisse. Ferner lässt sich nicht ein ganzes Schriftstellerleben von 80 Jahren auf 12 Jahre NS-Zeit reduzieren.

Für eine objektivere Betrachtung, als sie der Wiki-Beitrag nahelegt, epmpfehle ich dir diesen Link:

http://braunschweig2010.de/_abzug/sp_auto_14304.html

Es gab aber auch Frauen wie die 1864 in Braunschweig geborene Dichterin und Philosophin Ricarda Huch, die sich eindeutig vom Nationalsozialismus distanzierte und Kontakt zu seinen Gegenrn hatten.

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Haanrich

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BeitragVerfasst am: 11.10.2010, 21:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Miegel und Seidel haben dem Führerkult gehuldigt. Ich weiß nicht, ob nach Dichterinnen oder Dichtern, die Stalin, Mussolini oder Ceaucescu poetisch gehuldigt haben, noch Straßen benannt werden, aber unabhängig von der sprachlichen Qualität muss das doch wohl nicht sein. (In Nordkorea mag das zwar noch anders sein, aber das muss nicht unbedingt Vorbild für uns sein).

Liebesgedichte oder religiöse Erweckungsgedichte auf Diktatoren sind nicht so mein Ding - muss man Straßennamen nach den Führer-Groupies benennen, auch wenn sie ansonsten noch so harmlos und naiv sind?

Lord Schadt hatte oben schon einmal Beispiele von Agnes Miegel gebracht, hier Beispiele von Ina Seidel:

aus Wikipedia zu Ina Seidel:
Am Führerkult um Adolf Hitler beteiligte sie sich mit ihrem Gedicht Lichtdom, das in den Zeilen gipfelt:
Hier stehn wir alle einig um den Einen, und dieser Eine ist des Volkes Herz.
Zu Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939 schrieb sie:
Wir Mit-Geborenen der Generation, die im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts aus deutschem Blute gezeugt war, waren längst Eltern der gegenwärtigen Jugend Deutschlands geworden, ehe wir ahnen durften, daß unter uns Tausenden der eine war, über dessen Haupte die kosmischen Ströme deutschen Schicksals sich sammelten, um sich geheimnisvoll zu stauen und den Kreislauf in unaufhaltsam mächtiger Ordnung neu zu beginnen.

Gero, wenn Du solche Hymnen auf Deine Flamme singst, magst Du vielleicht in irgendeinem Poetry Slam groß punkten, aber soll man deshalb gleich eine Straße nach Dir benennen? Und ich denke Führerkult um Adolf muss sich wirklich nicht auf Straßennamen niederschlagen,

maant Haanrich
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Reiner_Mist

Jung Welfe





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BeitragVerfasst am: 11.10.2010, 21:42    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Danke Heinrich für den Beitrag, der uns nun auch Ina Seidels Künste erschließt.

Auf Geros Empfehlung...
"Für eine objektivere Betrachtung, als sie der Wiki-Beitrag nahelegt, epmpfehle ich dir diesen Link:

http://braunschweig2010.de/_abzug/sp_auto_14304.html "

Habe ihn gelesen. Frage, wer ist der Urheber dieses überaus interessanten Link-Textes?
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Penny

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BeitragVerfasst am: 12.10.2010, 09:03    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nach dem, was ich nun bisher hier zum Thema lesen konnte, bleibt wohl nur eines zu sagen: Weg mit beiden Schildern und zwar schnell.

Sie waren wohl offensichtlich nicht nur Mitläufer, sondern eher glühende Sympathisantinen Hitlers.

Sowas hat nix auf einer Ebene mit Hauff, Sachs und Grimm zu suchen

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