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 Museum auf Kosten von Bürgerpark und Schulen
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BS-Exiter

Welfe



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Anmeldungsdatum: 03.08.2009
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BeitragVerfasst am: 13.11.2009, 13:49    Museum auf Kosten von Bürgerpark und Schulen Antworten mit ZitatNach oben

"Museums-Umbau wird fast eine halbe Million Euro teurer
....
Umbau und Modernisierung des Städtischen Museums werden teurer. Die Verwaltung hat Mehrkosten in Höhe von 434 000 Euro errechnet. Damit würde der Umbau knapp 6,4 Millionen Euro kosten. 1,8 Millionen Euro davon werden aus dem europäischen Strukturfonds erwartet..."
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/11256212

Die Mehrkosten gehen laut Sperber nicht zu Lasten des Kulturetats, sondern würden durch Einsparungen beziehungsweise Verschiebung anderer Baumaßnahmen erwirtschaftet. Darum wird die Sanierung des Bürgerparks zurückgestellt Zum einen sei ein Sanierungsprojekt in der BBS II aus Haushaltsmitteln wegen der Überführung der Schule in das externe Finanzierungs-Modell PPP nicht mehr erforderlich; was ja bedeutet, daß durch den Ausverkauf von Bildung zunehmend der Staat seine Aufgaben outsourced und wir dann sehen können, wie unsere Kinder demnächst an gute Bildung kommen. Denn arme Kinder bilden lohnt ja nicht so rentabel.

Wichtiger hingegen ist ein Museumstempel, weil dort landesherrliche und stadtherrschaftliche Vergangenheit präsentiert werden kann. Dafür sind die Gelder eher reserviert.
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Gero

Adel




Alter: 54
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BeitragVerfasst am: 13.11.2009, 14:55    Re: Museum auf Kosten von Bürgerpark und Schulen Antworten mit ZitatNach oben

« BS-Exiter » hat folgendes geschrieben:
Wichtiger hingegen ist ein Museumstempel, weil dort landesherrliche und stadtherrschaftliche Vergangenheit präsentiert werden kann. Dafür sind die Gelder eher reserviert.


Du bist in deinem Leben noch nie im Städtischen Museum gewesen! Sonst wüsstest du, dass dort keineswegs die "landesherrliche Vergangenheit" gezeigt wird, sondern ganz im Gegenteil die Kunst und Kultur des Braunschweiger Bürgertums sowie dessen Entwicklung im Spiegel der Gesellschafts- und Sozialgeschichte.

Für die Landesgeschichte ist das Braunschweigische Landesmuseum zuständig, doch wird auch dort das Bürgertum des alten Landes Braunschweig im Mittelalter, in früher Neuzeit und vor allem im Schatten der Industrialisierung präsentiert. Auch dieses Museum solltest du einmal besuchen und uns in diesem Forum von deinen Eindrücken berichten! Smile

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Penny

Bürger




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BeitragVerfasst am: 15.11.2009, 11:50    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Das hat schon langfristig alles einen tieferen Sinn.

Ein ungebildetes Volk lässt sich leichter regieren und lenken, als ein Völkchen, welches weiß, das die Erde keine Scheibe ist, von deren Rand man fallen kann.
Zudem hat ein ungebildetes Volk nicht mehr die Mittel, um sich einen Museumsbesuch zu leisten. Ergo kann man sich dann als Museumsanieren in alle Ewigkeit feiern lassen, richtig schön mit Portrait im Foyer und Gedenkminute.

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Duffer

Bürger




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BeitragVerfasst am: 15.11.2009, 19:06    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Museen sind Bildungseinrichtungen. Sollte man eigentlich aus der Schule wissen.
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Penny

Bürger




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BeitragVerfasst am: 25.11.2009, 10:39    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Stimmt, nur was nutzen Museen wenn man keine Schulbildung hat, weil die immer mehr weggespart wird?
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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 25.11.2009, 13:46    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Penny » hat folgendes geschrieben:
Stimmt, nur was nutzen Museen wenn man keine Schulbildung hat, weil die immer mehr weggespart wird?


Jeder hat die Möglichkeit, bei entsprechendem Fleiß und Intelligenz Gymnasien zu besuchen und sich durch Abschluss des Abiturs eine solide Basis für Bewerbungen zu schaffen. Die Gymnasien verlangen kein Schulgeld, wie das noch bis kurz nach Kriegsende der Fall war, sodass jedes Arbeiterkind und jeder Akademikersohn gleiche Chancen haben. Dass Arbeiterfamilien ihre Kinder traditionell weniger häufig aufs Gymnasium schicken, kann allerdings nur bedingt dem Staat angelastet werden. Auch türkische Mädchen und Jungen würde ich dort gern häufiger sehen, was ein Umdenken muslimischer Arbeiterfamilien erfordern würde, besonders hinsichtlich einer akademischen Laufbahn für Türkinnen.

Es kann also keine Rede davon sein, dass Schulbildung "weggespart" wird. Wir haben sogar im Gegensatz zu vielen außereuropäischen Staaten ein ausgezeichnetes Bildungssystem mit Chancen, von denen ein Inder, Peruaner oder Marokkaner nur träumen kann. Wir jammern also auf hohem Niveau, was keineswegs heißt, dass die Fortbildung auf Schulen und Universitäten nicht verbesserungswürdig wäre.

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Peter

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BeitragVerfasst am: 25.11.2009, 15:17    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:
sodass jedes Arbeiterkind und jeder Akademikersohn gleiche Chancen haben.


Soviel Ignoranz tut ja schon weh Confused

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Gero

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BeitragVerfasst am: 25.11.2009, 16:00    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Peter » hat folgendes geschrieben:
Soviel Ignoranz tut ja schon weh Confused


Dir vielleicht, mir nicht! Exclamation

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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 26.11.2009, 12:41    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« BS-Exciter » hat folgendes geschrieben:

Ja und Nein! In der Theorie, Gero, sind das genau meine Worte und es stimmt auch: sie haben die Möglichkeit (rein technisch betrachtet). Aber in der Realität ist die Chancengleichheit eben nicht gegeben ...
Und wenn diese ausgegrenzten Schüler dann überlegen zu studieren, dann werden sie zu Hause sicherlich auch weniger Unterstützung erfahren, denn "wer soll das bezahlen"!. Also: die Chancen sind sicherlich nicht gleich für alle ...


Ich hab mich mal wieder gern als advocatus diaboli betätigt, denn natürlich hast du recht, Exciter. Smile

Bei Kindern aus eher bildungsfernen Familien hapert es an der nötigen Unterstützung und Ermutigung, die Kinder aus bürgerlichen oder gar großbürgerlichen Familien im Überfluss erfahren - und das oft so nachdrücklich, dass das Abitur des Filius im Verlauf der Jahre tausende Euro Nachhilfestunden kostet. Und wenn Junge oder Mädchen gar zu dumm sind, werden sie auf ein kostspieliges Internat gebracht, wo dann mit Ach und Krach der Abschluss erreicht wird. Diese materielle und ideelle Unterstützung setzt sich dann auf der Uni fort, sodass trotz erheblicher Intelligenzmängel dennoch eine gute Berufskarriere vorgezeichnet ist. Natürlich sind nicht alle großbürgerlichen Sprößlinge schulische Nieten, aber die Unterstützung seitens der Eltern ist doch immens.

Leute wie Altkanzler Schröder oder Sigmar Gabriel weisen stets gern darauf hin, dass sie aus ärmlichen oder bildungsfernen Arbeiterfamilien stammen und dennoch Gymnasium und Studium durch Fleiß und Zähigkeit geschafft haben. Das mag wohl sein, aber dennoch sind es eher Ausnahmen von der Regel, denn in der Tat ist es mit der Chancengleichheit in unserer Republik nicht weit her, was internationale Organisationen ja auch schon bemängelt haben. Die skandinavischen Länder sind da viel besser aufgestellt und von denen wäre im Hinblick auf unser Schul- und Ausbildungssystem einiges zu lernen.

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Duffer

Bürger




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BeitragVerfasst am: 26.11.2009, 13:11    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Penny » hat folgendes geschrieben:
Stimmt, nur was nutzen Museen wenn man keine Schulbildung hat, weil die immer mehr weggespart wird?


Man geht schon in der Grundschule in Museen, Theater, in den Zoo etc., so weit sollte jeder, egal welchen sozialen Stand er hat kommen. Wenn es keine Kulturellen Einrichtungen mehr gäbe, dann würde man in der Schule nur noch für den Job fit gamacht werden, und würde nichts von Kultur, Gesellschaft oder Moral mitbekommen. Das lernt man nämlich nicht im Mathe-, Bio- oder Sportunterricht, sondern in den Religions-, Werte und Normen-Stunden, wenn man diskutiert und in die Kirche geht (bei uns mussten alle in die Kirche), im Politikunterricht, wo man auch mal in den Reichstag fährt, und nicht zuletzt, wenn man mit dem Kunst- oder Geschichtsunterricht ins Museum geht. Ich weiß nicht, wie es vor dreißig Jahren war, als sie zu Schule gegangen sind, aber heute scheint es anders zu sein, so lange bin Ich noch nicht aus der Schule raus.
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Penny

Bürger




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BeitragVerfasst am: 27.11.2009, 17:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zitat:
Zum einen sei ein Sanierungsprojekt in der BBS II aus Haushaltsmitteln wegen der Überführung der Schule in das externe Finanzierungs-Modell PPP nicht mehr erforderlich;


Nir ging es eigentlich weniger um den individuellen Bildungsstand, sondern vielmehr um den Ausverkauf der Bildungsqualität.
Die BBS II mag hier nur stellvertretend für alle Schulen stehen, denn es wird ja allgemein am Bildungssytem gespart, wo es nur irgendwie geht.
Wieviele Lehrer könnte man z.B. für diese 500.000 Euro die nächsten 5 Jahr beschäftigen, damit nicht mehr so viel Unterricht ausfallen muß?

Woher wäre eigentlich das Geld gekommen, wenn die BBS II nicht in ein externes Modell überführt werden würde?
Wahrscheinlich aus dem Aufschub der Sanierungsarbeiten an der BBS II auf den SanktNimmerleinsTag, oder?
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Duffer

Bürger




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BeitragVerfasst am: 27.11.2009, 18:58    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Auszug aus: Niedersächsisches Denkmalschutzgesetz ( NDSchG )

[...]

§ 6 Pflicht zur Erhaltung
(1) Kulturdenkmale sind instand zu halten, zu pflegen, vor Gefährdung zu schützen und, wenn nötig, instand zu setzen. Verpflichtet sind der Eigentümer oder Erbbauberechtigte und der Nießbraucher; neben ihnen ist verpflichtet, wer die tatsächliche Gewalt über das Kulturdenkmal ausübt.

[...]


Die Stadt zu Unterhalt und Instandsetzung an ihren Baudenkmalen gesetzlich verpflichtet, und kommt dieser Pflicht eigentlich viel zu selten nach. Ich finde es absolut richtig, dass man hier ausnahmsweise mal keine Abstriche macht.

Die 500.000 Euro werden nicht aus Personalkosten entnommen, sondern wie Du in deinen eigenen Beiträgen lesen kannst aus Budgetmitteln für Gebäudesanierung. Der Vergleich mit Personalkosten für Lehrer muss man sich schon von sehr tief aus der Nase ziehen.

Die BBS II wird saniert, auch das kannst Du in deinem Beitrag lesen. Hat irgend Jemand einen Nachteil?
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