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 Verwaltung prüft Abriss und Neubau der IGS West für 34 Mio.
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Kai

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BeitragVerfasst am: 25.08.2009, 23:45    Verwaltung prüft Abriss und Neubau der IGS West für 34 Mio. Antworten mit ZitatNach oben

Das hätte ich nicht gedacht :

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/10857645

Zitat:
Risse, Rost, defekte Technik – Wilhelm-Bracke-Schule in marodem Zustand – Entscheidung Anfang des Jahres


Zitat:
Für einen Neubau benötigt die Verwaltung allerdings ein Grundstück in der Weststadt, das gut zu erschließen und leicht an das Bus- und Straßenbahnnetz anzubinden ist

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Stadtmensch

Welfe




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BeitragVerfasst am: 26.08.2009, 18:34    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Zu dem Thema Schulsanierungen mit privaten Partnern gab es heute bei SPON einen interessanten Artikel, den ich hier gerne mal "verlinken" möchte: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,643998,00.html
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Hach

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BeitragVerfasst am: 26.08.2009, 21:23    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Diese Nachricht kam für mich unerwartet.

Meiner Meinung nach ist der aktuelle Standort ideal und erhaltenswert, man sollte dort bleiben. Einen alternativen Standort sehe ich in der Weststadt nicht.

Da aber sowohl die Hauptschule Rothenburg, als auch die Fachhochschule Sozialwesen in der Weststadt schließen gibt es zumindest Räumlichkeiten auf die man zeitweilig zugreifen kann, die darüber hinaus fußläufig und mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Alsterplatz erreichbar sind.

Man könnte die Schule in Abschnitten abreißen und neu bauen. Sie wurde damals auch in Bauabschnitten erbaut, bei viel mehr Klassen, also machbar. Durch einen neuen Zuschnitt könnte man gar neue Gebäudeteile auf dem jetzigen Schulhof bauen, während in den alten Gebäudeteilen vorrübergehend weiter unterrichtet wird.

Anfangen könnte man mit den Räumen der Sek II, mit der Bücherei und den flachen Gebäudeteilen.

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Lupo

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BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 13:20    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Die Nachricht offenbart aber auch einige gravierende Ungereimtheiten:

Angeblich ist die jetzige Grundfläche der IGS doppelt so groß, wie eigentlich benötigt. Warum wird dann nicht einfach die Hälfte abgerissen und die andere Hälfte saniert? Von einer Kostenberechnung dieser Variante ist nichts bekannt.

Mein Eindruck ist der, daß hier gezielt darauf hingearbeitet wird, eine erste Schule in Braunschweig komplett PPP-finanziert (also privatwirtschaftlich) zu bauen und zu betreiben. Dann ginge es nicht nur um einzelne Sanierungsteile an einer Schule, sondern um ein komplettes Betreiberkonzept. Die Braunschweiger Zeitung schreibt auch, daß den Berechnungen eines Neubaues Zahlen von "Beratern der Stadt" (keine Stadtangestellten) zu Grunde liegen.

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/10857645

Was so ein privates Betreiberkonzept für Auswirkungen auf den Schulalltag und die finanzielle Belastung der Stadt auf lange Sicht bedeuten kann, ist natürlich stark von der Vertragsgestaltung zwischen der Stadt und den privaten Investoren abhängig. Die Erfahrungen in Braunschweig mit Privatisierungen können da nur als abschreckendes Beispiel dienen. So wird auch hier eine transparente Vertragsgestaltung (Überprüfbarkeit durch den Rat) nicht gewährleistet sein. In der Regel werden die berechtigten Nachfragen bei der Stadt diesbezüglich mit dem Hinweis auf die Geheimhaltungspflicht dem privaten Partner gegenüber nicht beantwortet. Kommunen, die den Schritt der Schulprivatisierung schon getan haben, beklagen z.T. bitterlich diese Entscheidung.

Spiegel-online berichtet über ein Beispiel in Frankfurt.
Daraus:
"17 Aktenordner umfasst der Vertrag, der Hochtief zum Betreiber der vier Frankfurter Schulen gemacht hat. Darin steht zum Beispiel, wie lange eine Schule geöffnet sein muss, wie schnell eine durchgebrannte Glühbirne zu wechseln ist. Alles ist geregelt. Genau das könnte zum Problem werden, wenn Abweichungen von der Regel nötig werden. Die Freiherr-vom-Stein-Schule etwa ist täglich von 7:00 bis 18:30 Uhr geöffnet. Die Aula-Nutzung darüber hinaus ist für zehn Tage à zehn Stunden im Jahr vorgesehen.

Aber was, wenn die Theater-AG kurz vor der Aufführung lange proben will? Wenn engagierte Schüler bis spät abends an einem Projekt tüfteln? Die Raumnutzung jenseits der vertraglich festgelegten Schulzeiten kostet extra. Wie hoch diese Kosten sind, könne man nicht sagen, das hänge immer vom jeweiligen Aufwand ab, heißt es bei Hochtief.

"Das kann nicht wirtschaftlich sein"

"Damit habe ich nichts tun", sagt Schulleiter Becker. Er verlasse sich auf die Zusicherung des Schulamtes, die Kosten zu übernehmen.

Der Teufel liegt im Detail. Noch ein Beispiel: Die Grundschule in Rodgau möchte eine Kletterwand errichten. Einige Vergleichsangebote wurden eingeholt, allesamt mehr oder weniger teuer. Entscheidend ist natürlich, dass die Anlage sicher ist. Was sicher genug und nicht zu teuer ist, darüber entscheidet heute der Betreiber Hochtief. Das Bauunternehmen hat ebenfalls ein Angebot für den Kletterfelsen abgegeben. Es ist das teuerste. Ob der Betreiber sein eigenes Angebot ablehnt? Die Entscheidung steht noch aus."

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,druck-643998,00.html

Der Betreiber hat das letzte Wort - der Bürger zahlt.
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Lupo

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BeitragVerfasst am: 28.08.2009, 21:30    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Als Ergänzung zu meinem vorigen Beitrag füge ich hier die eben von der Stadt veröffentlichte Presseerklärung über das PPP-Projekt für Schulen an.

"Gemäß den Erfahrungen einiger, allerdings noch weniger Städte würde mit diesem Instrumentarium nicht nur der Investitionsstau in relativ kurzer Zeit und zu günstigen finanziellen Konditionen aufgelöst werden, sondern zugleich der Betrieb von einigen Schulen und Kindergärten schneller und effizienter abgewickelt werden."

Immer wieder mit dabei - die externen Berater:

"Wie schon berichtet, hat zunächst ein Beraterteam für die Stadt die in Betracht kommenden Schulen ausgesucht und die Möglichkeiten für PPP untersucht sowie den Ratsgremien das System und den Sinn und Zweck des Vorgehens ausführlich erläutert. Ein weiteres Beraterteam habe darauf aufbauend jetzt konkrete Ausschreibungen vorbereitet. "

Quelle:
http://www.presse-service.de/data.cfm/static/739064.html

Auf die Risiken und Gefahren, die aus einer Privatisierung entstehen können, möchte ich hier nicht noch einmal eingehen. Über die Undurchsichtigkeit und Geheimhaltung der Privatisierungsverträge kann auch die lange Presseerklärung des Rathauses nicht hinwegtäuschen. Dazu sage ich nur: Angeblich 20 Jahre Gebührenstabilität beim Abwasser, weil private Unternehmer effizienter seien. Das waren die Versprechen bei der Abwasserprivatisierung.

Wer sich die "Hochglanz-Variante" einer PPP-Finanzierungskonstruktion einmal ansehen möchte, kann das hier tun:

http://www.presse-service.de/cache/user/40509494-37514503/medien/82919P.pdf

Wie ich schon vermutet hatte, geht es nun auf einmal nicht mehr nur um die Sanierung einzelner Gebäudeteile, sondern um ganze Betreiberkonzepte, die offensichtlich schon länger "beraten" wurden. Es wird dann bald auch darum gehen, die städtische Gebäudeverwaltung zu verkleinern/ebenfalls zu privatisieren. Die dann zu sehr schlechten Konditionen privat angestellten Hausmeister (Facility Manager) könnten dann aber bald auf aufstockende Leistungen aus dem Sozialetat der Stadt angewiesen sein. Wer verdient, wer verliert auf Dauer?

Mehr über "Politik und Private plündern öffentliche Güter":
http://www.attacberlin.de/index.php?id=ppp-irrweg
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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 29.08.2009, 15:59    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Lupo » hat folgendes geschrieben:

Es wird dann bald auch darum gehen, die städtische Gebäudeverwaltung zu verkleinern/ebenfalls zu privatisieren.


Es geht nicht nur "bald" darum, sondern die private Sanierung und Betreibung von neun Schulen und drei Kindergärten wird ernsthaft erwogen.

Was ist dagegen zu sagen, wenn eine Kosten-Nutzen-Rechnung ergibt, dass die Stadt damit fianziell günstiger abschneidet, als wenn sie die Sanierung in eigener Regie übernimmt? Die Stadt rechnet mit einer Ersparnis von 5-10%, wenn sie auf das PPP-Modell eingeht. Sie betont aber: "Zum endgültigen Ratsentscheid im nächsten Frühjahr werde die Verwaltung genau vorlegen, was Sanierung und Betrieb auf eigene Rechnung kosten würden."

Was lässr sich dagegen einwenden, wenn die Stadt prüft, auf welche Weise die Sanierung der neun Schulen und drei Kindergärten am kostengünstigsten erfolgen kann?
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Lupo

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BeitragVerfasst am: 05.09.2009, 09:36    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Die Stadtverwaltung hat eingeräumt, daß es wenig Erfahrung mit Schul-PPP gibt. In Frankfurt sind die Probleme schon massiv da:

"Falsche Zahlen für den Bau

Schon für den Bauantrag des Investors gab es vor dem Bau des Bildungszentrums Ostend keine Einsicht für die späteren Nutzer, d.h. die Bildungseinrichtungen. Mit erheblichen Folgen: Es wurden über 1.300 Schüler zu wenig veranschlagt mit all den Folgen wie z.B. zu enge Flure, Brandschutz usw. Wiederum billig für den Investor, aber teuer in der Folge."

oder auch:

"Von wegen Pädagogik und Ökologie…

Auch ein Jahr nach der Inbetriebnahme sei die Liste der ungelösten Probleme lang: Aus dem „Gebäude der Begegnung“ sei nichts geworden: die geplanten Sitzecken in den Foyers und die geplanten Arbeitsnischen
in den Fluren wurden nicht erlaubt, weil die Foyers „brandlastenfrei
zu halten“ seien. Die Cafeteria ist immer noch nicht fertig.
Der Investor habe so billig wie möglich gebaut und dabei die Leistungsbeschreibungen nicht eingehalten, beispielsweise bei der Wärmedämmung. Thermostaten seien nicht zentral regulierbar. Die Folgen, z.B. 30% höhere Heizkosten trage aber 20 Jahre lang die Stadt
(und das bei einer grünen Dezernentin). In den Toiletten brenne das
Licht teilweise bis Mitternacht, Wasserhähne seien undicht, Stopper
suche man vergeblich: alles billig für den Investor, aber teuer in den Folgekosten, die bei der Stadt verbleiben. Es gebe keine Diebstahlssicherung für PC, Decken-Beamer seien nicht vorhanden gewesen und mussten nachträglich für teures Geld auf Kosten der Stadt nachgeliefert werden, ebenso die Tafeln, was über 200.000 • gekostet habe. Die Klassenräume seien übrigens rund 10% kleiner als vereinbart.
Das Problem der Schlüssel-(anlage) sei seit Beginn ungelöst.
Lehrkräfte bekämen in der Tiefgarage keine Stellplätze, weil das betreibende Unternehmen damit Geld verdienen wolle. Für die bis
22 Uhr unterrichtenden Lehrkräfte ist der Verweis auf öffentliche
Verkehrsmittel da keine Erleichterung. Schulische Baustandards , wie
sie inzwischen üblich sind, seien nicht eingehalten worden: weder
der IT-Plan der Stadt in Bezug auf die Verkabelungen noch die Geräuschdämmung zur Sonnemannstraße oder die für Schulen völlig
ungeeignet Heizkörperanbringung; fehlende Wegehinweise in
der Schule mussten aus den Schuletats bezahlt werden. Viele Vorschläge
der Schulen seien schlicht ignoriert worden. Bis heute gebe es
keine Brandschutzabnahme. Dass der Investor gebaut hat
und nicht die Stadt, könnte für die Nichteinhaltung der Schulbaustandards
begünstigend gewirkt haben. Man hätte diese Probleme spätestens bei der Abnahme derGebäude feststellen können, doch da durften die Vertreter der Schulen nicht dabei sein, wie ihnen ja überhaupt der Kontakt zu den Architekten nicht direkt, sondern nur über die Firma Drees und Sommer gestattet war.
....
An der Abnahme der Gebäude waren nur die Kämmerei, das Stadtschulamt und das Unternehmen Drees und Sommer beteiligt,
nicht die Fachleute des Stadtplanungsamts; die geforderte Teilnahme
der Schulen wurde explizit abgelehnt. Die Schulen hatten keine
Einsicht in die Verträge. Heute ist klar warum. Denn immer noch konnten
auch Stadtverordnete den Ordner mit den Bauabnahmeprotokollen
nicht zu Gesicht bekommen. Wo bleibt hier die demokratische Kontrolle
gewählter Volksvertreter?"

Quelle:
http://www.attac-ffm.de/x_pdfs/flz2-06%20Privatisierung.pdf

Die Braunschweiger Stadtverwaltung betont zwar, daß alles von guten Verträgen abhängt, aber wer kann in einem Vertrag schon ALLE eventuell auftauchenden Probleme im Voraus abschätzen?

Ein anderes Beispiel aus Frankfurt, die Kosten betreffend:

"So kam das Revisionsamt zum Schluss, statt eines Vorteils zahle die Stadt beim Bildungszentrum 6,45 Prozent drauf "

Quelle: FR
http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?sid=267128f000a3a3bcb8ce24ba439c514e&em_cnt=1358541

oder auch hier über die gleiche Schule:

"...doch die Stadt bezahlt fast doppelt soviel Miete, wie die Investition kostet. Die Anleger wollen Rendite sehen, die Banken verdienen an Provisionen und Zinsen, viele Verträge und Vorgänge bleiben für die Ratsmitglieder und die Öffentlichkeit geheim, die Vorschriften über die Ausschreibungen werden zweifelhaft ausgelegt, es entstehen immense Honorare für Berater, die Bauausführung entspricht weder in den räumlichen Anforderungen noch in der Bauqualität den üblichen Standards, der künftige Unterhalt des Gebäudes birgt Risiken für die Stadt, die PPP-Finanzierungsmethoden führen zu Einnahmeverlusten für die Kommune."

http://www.nachdenkseiten.de/?p=1205
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Gero

Adel




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BeitragVerfasst am: 05.09.2009, 13:03    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Lupo » hat folgendes geschrieben:

"So kam das Revisionsamt zum Schluss, statt eines Vorteils zahle die Stadt beim Bildungszentrum 6,45 Prozent drauf "


Das hört sich ja gar nicht gut an, was man da liest:

Zitat:
Die Kämmerei sieht in den PPP-Verfahren finanzielle Vorteile für die Stadt, hat jedoch den Gewinn zuletzt zweimal nach unten korrigiert. War beim Bildungszentrum anfangs noch von 25 Prozent Einsparung im Vergleich zu einer konventionellen Finanzierung die Rede, so wurde der Wert später auf 21 Prozent heruntergeschraubt. Bei den vier neuen Schulen ist nun nur noch von 15 Prozent die Rede.

Auch diese Angabe wird bezweifelt. 45 So kam das Revisionsamt zum Schluss, statt eines Vorteils zahle die Stadt beim Bildungszentrum 6,Prozent drauf - etwa vier Millionen Euro der reinen Bausumme. Zum gleichen Schluss kommt der Privatisierungskritiker und Buchautor Werner Rügemer (Köln). Er sagt: "PPP-Verfahren gehen zu Lasten der Kommunen." Beraterhonorare und Zinsen seien zu hoch. Kämmerer Becker lässt die Kritik zurückweisen. Die beiden PPP-Verfahren seien "solide gerechnet", stellt Referentin Anne Rückschloss klar. "Kommunikationsprobleme lassen sich regeln, wenn man klare Entscheidungs- und Kommunikationswege hat."


Allerdings ist festzuhalten, dass die Stadt - anders als seinerzeit Frankfurt, das mit 25% Einsparung rechnete - auch nur von 5-10% Ersparnis ausgeht und es kommt wohl wirklich darauf an, dass die Stadtverwaltung wasserdichte Verträge abschließt, die jederzeit juristische Maßnahmen zulassen.
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BS-Exiter

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BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 09:47    Schulprivatisierung Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:
« Lupo » hat folgendes geschrieben:

"So kam das Revisionsamt zum Schluss, statt eines Vorteils zahle die Stadt beim Bildungszentrum 6,45 Prozent drauf "


Das hört sich ja gar nicht gut an, was man da liest:


Da kann ich Gero nur zustimmen.
Gut ist was anderes. Mit den Gewinnmargen rücken
weder Bürgermeister und Berater oder Gutachter immer
noch nicht richtig raus.

« Gero » hat folgendes geschrieben:
Die Kämmerei sieht in den PPP-Verfahren finanzielle Vorteile für die Stadt, hat jedoch den Gewinn zuletzt zweimal nach unten korrigiert. War beim Bildungszentrum anfangs noch von 25 Prozent Einsparung im Vergleich zu einer konventionellen Finanzierung die Rede, so wurde der Wert später auf 21 Prozent heruntergeschraubt. Bei den vier neuen Schulen ist nun nur noch von 15 Prozent die Rede.

Auch diese Angabe wird bezweifelt. 45 So kam das Revisionsamt zum Schluss, statt eines Vorteils zahle die Stadt beim Bildungszentrum 6,Prozent drauf - etwa vier Millionen Euro der reinen Bausumme. Zum gleichen Schluss kommt der Privatisierungskritiker und Buchautor Werner Rügemer (Köln). Er sagt: "PPP-Verfahren gehen zu Lasten der Kommunen." Beraterhonorare und Zinsen seien zu hoch. Kämmerer Becker lässt die Kritik zurückweisen. Die beiden PPP-Verfahren seien "solide gerechnet", stellt Referentin Anne Rückschloss klar. "Kommunikationsprobleme lassen sich regeln, wenn man klare Entscheidungs- und Kommunikationswege hat."

Allerdings ist festzuhalten, dass die Stadt - anders als seinerzeit Frankfurt, das mit 25% Einsparung rechnete - auch nur von 5-10% Ersparnis ausgeht und es kommt wohl wirklich darauf an, dass die Stadtverwaltung wasserdichte Verträge abschließt, die jederzeit juristische Maßnahmen zulassen.


Jawohl, Gero, schon wieder hast Du recht,
wasserdichte Verträge müssen her,
keine verwässerten. Allerdings lassen die
Vertragsabschließer, der Oberbürgemeister und
auch die Gutachter keine glasklaren Einblicke zu.

Da fragt man sich aktuell: Wie hat denn nun der Oberbürgermeister über dieses PPP-Dings bei unseren Schulen entschieden?
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Gero

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BeitragVerfasst am: 23.09.2009, 13:41    Re: Schulprivatisierung Antworten mit ZitatNach oben

« BS-Exiter » hat folgendes geschrieben:

Da fragt man sich aktuell: Wie hat denn nun der Oberbürgermeister über dieses PPP-Dings bei unseren Schulen entschieden?


Die Stadt schreibt jetzt die Schulsanierung europaweit aus, wozu sie lautv der EU-Vorschriften verpflichtet ist. Für den europaweiten Bieterwettbewerb hat gestern - also am Dienstag den 22. September - eine Ratsmehrheit aus CDU, FDP und SPD (!) den Weg freigemacht. Die eingehenden Angebote werden sodann mit den eigenen Wirtschaftlichkeitsrechnungen verglichen und auf dieser Basis wird im Frühjahr 2010 die Entscheidung gefällt.

Es wird damit gerechnet, dass spezialisierte große Konzerne die Sanierungsaufgaben wirtschaftlicher erledigen können als städtische Behörden und entsprechende Angebote vorlegen.

Wenn ich die schlanken Strukturen privatwirtschaftlicher Unternehmen und die fetten Behörden betrachte, so ist anzunehmen, dass private Firmen die Aufgaben in der Tat günstiger ausführen können. Es müssen freilich Verträge abgeschlossen werden, die ein Qualitätsmanagment garantieren und notfalls auch einen Ausstieg gewährleisten.
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BS-Exiter

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BeitragVerfasst am: 25.09.2009, 13:13    Re: Schulprivatisierung Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:
« BS-Exiter » hat folgendes geschrieben:

Da fragt man sich aktuell: Wie hat denn nun der Oberbürgermeister über dieses PPP-Dings bei unseren Schulen entschieden?


Wenn ich die schlanken Strukturen privatwirtschaftlicher Unternehmen und die fetten Behörden betrachte, so ist anzunehmen, dass private Firmen die Aufgaben in der Tat günstiger ausführen können. Es müssen freilich Verträge abgeschlossen werden, die ein Qualitätsmanagment garantieren und notfalls auch einen Ausstieg gewährleisten.


Jupp, Gero hat wieder recht, es müssen freilich Verträge sein,
die Qualitätsmanagement GARANTIEREN
und notfalls auch einen AUSSTIEG gewährleisten!!!
Und bei Verträge die über 25 Jahre laufen,
ist das nicht so ganz leicht. Da müssen der Oberbürgermeister
und die Fraktionen aber auch wir ein Auge drauf haben.
Also nicht so wie bei ALBA und so, wo es kostet und dennoch
die Flaschen aus den Sammelcontainern quellen.
Oder etwa wie bei BSE, wo wir statt geringer Gebühren
nun mehr zahlen, obwohl teilprivat.

Und wie der Oberbürgermeister das Schulprivatisierungsmodell
für sich entschieden hat,
sehen wir daran, daß er gottseidank auf die Schülerdemo im Ratssaal
gegen die Schulprivatisierung reagiert hat und denen mal gleich die Meinung gegeigt hat, daß jeder der gegen seine Privatisierungsidee ist, auch nicht gefördert wird. Basta. Das zeigt Führungsstärke.

Besser ist, die Leute wissen gleich wo sie dran sind,
beim Bürgermeister und seiner Politik, statt hinterm Berg zu halten bis nach der Wahl.
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Gero

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BeitragVerfasst am: 25.09.2009, 14:26    Re: Schulprivatisierung Antworten mit ZitatNach oben

« BS-Exiter » hat folgendes geschrieben:

Und wie der Oberbürgermeister das Schulprivatisierungsmodell
für sich entschieden hat, sehen wir daran, daß er gottseidank auf die Schülerdemo im Ratssaal gegen die Schulprivatisierung reagiert hat


Ich halte die Reaktion des OB auf die Schülerdemo und die Einlassungen der Schulleitung für überzogen, autoritär und am Demokratieverständnis junger Leute vorbei. Die Schülerinnen und Schüler derart zu düpieren, ist schlechter Stil und fördert die Politikverdrossenheit unserer Jugend.
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BS-Exiter

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BeitragVerfasst am: 26.09.2009, 11:30    Re: Schulprivatisierung Antworten mit ZitatNach oben

« Gero » hat folgendes geschrieben:
« BS-Exiter » hat folgendes geschrieben:

Und wie der Oberbürgermeister das Schulprivatisierungsmodell
für sich entschieden hat, sehen wir daran, daß er gottseidank auf die Schülerdemo im Ratssaal gegen die Schulprivatisierung reagiert hat


Ich halte die Reaktion des OB auf die Schülerdemo und die Einlassungen der Schulleitung für überzogen, autoritär und am Demokratieverständnis junger Leute vorbei. Die Schülerinnen und Schüler derart zu düpieren, ist schlechter Stil und fördert die Politikverdrossenheit unserer Jugend.


Politikverdrossenheit bei der Jugend?
Wir werden uns noch wünschen, daß das so ist.
Von Politikverdrossenheit kann ich angesichts der Piratenpartei wenig sehen, eher von Verdrossenheit gegenüber den Politikern der etablierten Parteien. Auch den hiesigen vor Ort und wie die die Jugend behandeln.
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Violiahartz4

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BeitragVerfasst am: 26.09.2009, 14:05    So geht die Demokratie Antworten mit ZitatNach oben

Persönlich finde ich den Schülerumschwung gut.
Nur so funktioniert gelebte Demokratie. Laughing

Unser OB hat den Nerv getroffen Bei der Frage;" Friß oder stirb?", sind die noch Lebenden hörig geworden. So sammelt man außerdem Befürworter Laughing


Privatisierte Schulsystem fördert die Eliten und das ist gut so Twisted Evil Shocked

exiter(t)

Violiahartz4

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Die Lakaien der Wirtschaft und die Wirtschaft selbst, sind die wahren Schmarotzer, deshalb rufen sie auch lauthals: "Haltet den Dieb" , damit niemand merkt, dass sie die wahren Diebe sind!!


Zuletzt bearbeitet von Violiahartz4 am 28.09.2009, 17:54, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BS-Exiter

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BeitragVerfasst am: 26.09.2009, 19:05    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Jupp, wieso sollte man Dumme fördern.
Es wird zukünftig nicht mehr so viel gut bezahlte Arbeitsplätze geben
bei der fortschreitenden Robotisierung und dem Outsourcing, ist doch klar.
Nur Eliten und deren von vorne herein mehr gebilderter
Nachwuchs ist aufgrund ihrer Bildung für das bißchen Arbeit,
das in Zukunft noch da sein wird, wenns so weiter geht,
geeignet. Dann sind ordentlich BEZAHLTE Arbeitsplätze so kostbar,
das nur Elitäre diese verdienen. Die anderen sind bis dahin
auf staatliche steuergeldlich gestützte aufgestockte "Beschäftigungen"
angewiesen.
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Kai

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BeitragVerfasst am: 29.10.2010, 17:47    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Es gibt Interessante Neuigkeiten :

Quelle : http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2046/artid/13161567

Zitat:
30 Millionen für Neubau der IGS Weststadt


Zitat:
Die Stadt Braunschweig wird die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in der Weststadt nach nur 35 Jahren Lebenszeit abreißen und durch einen Neubau auf dem Schulgelände ersetzen.


Zitat:
Dieser soll zudem eine jährliche Betriebskostenersparnis von 500 000 Euro bringen.

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Reiner_Mist

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BeitragVerfasst am: 29.10.2010, 21:50    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ja, klingt echt gut, danke für den Hinweis.
Aber Kai, was ist denn damit gemeint?

Question
Zitat:
Allerdings wird die Nutzfläche der Schule auch erheblich reduziert.
Ob die Stadt den Neubau aus eigenen Mitteln finanziert oder sich Partner aus der privaten Bauwirtschaft für diese Investition nach dem Modell des sogenannten Privat-Public-Partnership (PPP) sucht, werde sich im Januar entscheiden.
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Lupo

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BeitragVerfasst am: 29.10.2010, 22:04    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Nähere Infos zur Sanierung/Privatisierung IGS Weststadt in den Beiträgen ab 28.08.09 in diesem Thread.
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Reiner_Mist

Jung Welfe





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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 09:10    PPP-Verträge für IGS offenlegen Antworten mit ZitatNach oben

« Lupo » hat folgendes geschrieben:
Nähere Infos zur Sanierung/Privatisierung IGS Weststadt in den Beiträgen ab 28.08.09 in diesem Thread.

Nähere Infos? Ich sehe keine näheren nur allgemeine, sorry!

« Lupo » hat folgendes geschrieben:
Über die Undurchsichtigkeit und Geheimhaltung der Privatisierungsverträge kann auch die lange Presseerklärung des Rathauses nicht hinwegtäuschen...


Die Verträge, auf die es dann am Ende ankommt, die müßten offengelegt sein, das wären dann die näheren Infos.
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Peter

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BeitragVerfasst am: 30.10.2010, 09:18    Re: PPP-Verträge für IGS offenlegen Antworten mit ZitatNach oben

« Reiner_Mist » hat folgendes geschrieben:


Die Verträge, auf die es dann am Ende ankommt, die müßten offengelegt sein, das wären dann die näheren Infos.


Die Stadt hat sich mit der ober-teuren "Wirtschafts"beratung total verzaust und trennt sich von KPMG.... riesiges Desaster, kommt die Stadt mal wieder sehr teuer... weitere Verzögerungen (siehe heutigen Zeitungsartikel, Entscheidungen im Rat nun frühestens im Mai 2011 - mitten im Wahlkampf, kein Wunder, dass man da mit Eintracht-Stadion etwas Ablenkung gebrauchen kann Rolling Eyes) ... und eine neue Beratungsgesellschaft muss nun auch noch einspringen um zu retten, was da überhaupt noch zu retten ist.

Eben, Privatisierung nach spezieller Braunschweiger Art.

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